Liebevoll ist, uns zu geben, was uns nährt

Aktualisiert: 24. Dez 2020

Wann bin ich liebevoll mit mir selber, wann lieblos? Eine Kindheit lang wurden wir dazu erzogen auf andere Rücksicht zu nehmen und haben gelernt, wie wir uns verhalten müssen, dass es für andere stimmt. Weil wir dabei uns selber vergessen haben und dabei mit uns lieblos geworden sind, gelingt es auch nicht mehr so wirklich gut mit anderen liebevoll zu sein. Beginnen wir also am besten wieder von vorne - bei uns selbst.



Als wir klein waren und aufgehört hatten zu bekommen, was wir brauchten, haben wir halt begonnen danach zu suchen, was wir wollen: Schokolade statt Nähe, Handtaschen statt Anerkennung,TV statt Bewegung, Ablenkung statt Schmerz, Internet statt Begegnung, Ferien statt Selbstwirksamkeit. In dem Masse, wie uns der Zugang abhanden gekommen ist zu fühlen, was wir wirklich brauchen, ist die Leere in uns grösser geworden, die wir mit allerlei "Ramsch" füllen, der uns nicht wirklich satt macht.


Wir sollten wieder lernen, was uns wirklich nährt - uns selber wieder darum kümmern und geben was wir brauchen. Das bedeutet liebevoll mit sich selber sein.

Am besten gehen wir unseren Lebensalltag durch und schauen, in welchen Situationen wir was brauchen, das uns wirklich nährt, resp. was es ist, das uns nicht wirklich gut tut:


Schlafen:

Mit wieviel Schlaf fühle ich mich am morgen erfrischt? Wieviel Schlaf ist zu viel, wieviel zu wenig?

Welche Aktivität vor dem Schlafengehen tut mir gut, wieviel Ruhe brauche ich davor?


Aufstehen:

Was nährt mich, um mit Zuversicht, Frische und Freude in den Tag zu starten? Wieviel Zeit zwischen Erwachen und aus dem Haus müssen brauche ich, damit ich mich gut fühle? Was nährt mich in dieser Zeit? Frühstücken, duschen, spazieren, in Ruhe Zeitung lesen, meditieren, Musik hören? In welchem Tempo tut es mir gut diese Dinge zu tun und wieviel Zeit brauche ich dann dafür?


Arbeiten:

Die meisten Menschen verbringen wohl mindestens einen Drittel ihres Tages bei der Arbeit. Was in diesen Stunden erfüllt mich, was ist beglückend und nährend? Was spannt mich, stresst oder ärgert mich? Wie kann ich dafür sorgen, dass das, was mir gut tut mehr wird und das was mir schadet weniger?


Begegnen:

Wann erleben ich Begegnungen mit Menschen in meinem beruflichen und privaten Umfeld als bereichernd und nährend? Liebevoll mit mir selber könnte sein, die nährenden Kontakte häufiger zu pflegen und bei den belastenden oder energieraubenden Begegnungen das Risiko einzugehen, anzusprechen, was mich belastet oder mich auch einmal von Menschen zu trennen.


Ernähren und bewegen:

Unser Körper ist unser bester Freund, der uns von der Geburt bis ans Lebensende trägt und das tun lässt, was uns erfüllt und beglückt. Mit ihm sollten wir darum besonders liebevoll sein. Was also füllt unseren Gaumen und Magen nicht nur, sondern nährt all unsere Zellen, so dass wir gesund und vital bleiben können? Wodurch stärken wir unseren Körper, entspannen ihn immer wieder, beglücken ihn mit Herausforderungen und gönnen ihm Erholung? Liebevoll mit unserem Körper sein, bedeutet seinen Bedürfnissen lauschen können und ihm zu geben, wonach er verlangt um seiner Natur entsprechend zu wachsen, um gesund und lebendig zu bleiben.


Konsumieren:

Wenn wir schlafen, uns ernähren und arbeiten, können wir nicht konsumieren. Das ist dann möglich, wenn wir Eigenzeit für uns haben. Dann können wir spüren, was wir wirklich brauchen und entscheiden, was uns gut tut. Braucht unsere Körper, Geist und Seele auch einmal nichts? Wie gehe ich liebevoll mit diesem Bedürfnis um, wenn ich das Nichtstun kaum aushalte? Wann ist mein Konsumieren mehr ein Kompensieren dieses Nichtaushaltens? Was bedeutet liebevoll sein mit mir, in solchen Momenten?


Wohnen:

«Wie ich wohne, ist ein Spiegel meines Inneren», sagt ein Sprichwort. Vielleicht kann ich ja auch meine Wohnumgebung liebevoll einrichten und pflegen, so dass das Leben in ihr auf mein Inneres eine wohltuende Wirkung hat?


Denken:

«Gedanken können Berge versetzen», lautet ein weiteres Sprichwort. Darum auch hierbei: Wie kann ich liebevoller über mich selber denken und mich z.B. darauf achten, wann ich mich selber verurteile oder wertlos finde und einen liebevolleren Umgang mit mir finden?


Jeden Tag haben wir unzählige Gelegenheiten, um Entscheidungen zu treffen. Wir können uns für Gedanken und Handlungen entscheiden, die uns nähren, unserer Natur entsprechen, unserem Körper, Geist und unserer Seele gut tun. Sich dafür zu entscheiden, ist liebevoll mit sich selber sein.

9,082 Ansichten28 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen